info@sanateom.atTel. +43 676 519 49 66Blutgasse 5/2, 1010 WienSANATEOMInstitut für rituelle KulturSpiritualität und Kunst – ritual.trance.artMit Inspiration (lat. inspiro: einhauchen, beseelen) wird allgemein jenesPhänomen bezeichnet, bei dem aus einer kreativen, oft als übermenschlichangesehenen, Quelle neue Zusammenhänge oder Ideen bewusst werden.Diese Geistesblitze werden im deutschen Sprachgebrauch auch mit denWorten: Eingebung, Einfall oder Zufall bezeichnet. Während dabei dieIntuition, als passives Erfassen, eher den unbewussten, innerpsychischenVorgängen zugeschrieben wird, könnte man die Inspiration als eine Resonanzmit dem Anderem außerhalb des Ichs definieren, es würde der jeweiligenPersönlichkeit also etwas „eingehaucht“.Im künstlerischen Geschehen wird aus der bewusst gewordenenInspiration, eine Idee geboren, die in Symbolen Form bekommen, also mitWorten, Farben, Klängen oder Bewegungen u.a. einen Ausdruck finden. DieInspiration wird somit Form und damit kommunizierbar, bleibt in jedem Fallaber mit dem Künstler als Individuum verbunden. Wie im Orakel desgriechischen Delphi bereits ein „Erkenne dich Selbst“ als Zugang zur Inspirationgefordert wird, so ist eben die individuelle Be-Geister-ung jener spirituelle Akt,der den Einzelnen in verbindende Resonanz mit sich Selbst, und mittels einesveränderten Bewusstseinszustandes einen Einfall möglich macht. Somit kannman Inspiration, als einen spirituellen, jederzeit möglichen, kreativen Aktbezeichnen, der das Individuum in Kontakt mit sich selbst und gleichzeitig mitgrößeren Ganzen, einem transpersonalen Geschehen bringt. Diese Reduktion,im Sinne einer Nichtnotwendigkeit äußerlicher Voraussetzungen, unterstreichtVeronica Brady wenn sie schreibt „Spirituality is at once very simple.“Jene Faktoren mit denen Inspiration gefördert werden kann, scheinensomit auch ein Schlüssel zur spirituellen Erfahrung, also zu einer individuellenSpiritualität, zu sein.1: Der KontextIn der systemisch therapeutischen Theorie wird dem Kontext unter demeine Handlung oder Erfahrung stattfindet, verändernde Relevanz in Bezug auf die mögliche Erfahrung zugesprochen. Der Rahmen wirkt also als formendeKraft. Deshalb ist es auch nicht möglich etwa den Ablauf eines Rituals einfachnachzuspielen, da nicht die Handlungen selbst, sondern der Kontext auf dieinnere Haltung wirken und dadurch bestimmte Erfahrungen erst möglichmachen. Deshalb wird das ritual.trance.art des Institutes Sanateom nicht mitdem Ziel der Show und Unterhaltung, sondern vom Kontext der persönlichen,inspirativen Erfahrung umrahmt. 2: Ausstieg aus dem AlltagsbewusstseinWährend im europäischen Alltag der Fokus des Bewusstseinsvorwiegend auf die Aufnahme und Verarbeitung äußerer Reize ausgerichtetist, demzufolge die Wahrnehmung des eigenen Zustandes zurückgestellt wird,fordert die Inspiration, wenn auch kurze, rückbesinnliche Zeiträume, also eineAusrichtung der Sinne auf das eigene Ich. Gewohnheitsgemäß werdenheutzutage oft jene der Eigenwahrnehmung nahekommendenNachdenkprozesse durch Suchprozesse in äußeren Medien, wie Internet oderSchriftmaterial, ersetzt. Inspiration, als ein ungerichteter Suchvorgang,benötigt jedoch einen Ausstieg aus dieser Sinnesreizung im Außen, durch dieEntscheidung des Bewusstseins sich auf die Vorgänge des Jetzt-Momentes,inklusive des eigenen Ichs, einzulassen. Dazu soll in einem rituellen Rahmenweder Zeitbegrenzung noch die Erfüllung bestimmter Ziele dominieren,sondern Gelassenheit und ein „sich treiben lassen“ entstehen können. Dervorgegebene Rhythmus und Eindruck der künstlerischen Darbietung sollenhierbei einen vertrauensvollen, inspirierenden Rahmen füllen, der gleichzeitigein Eintauchen und Bündeln der Gedanken in den Moment und eineÜberleitung in das eigene innere Erleben unterstützen. Als wichtiger Aspektwerden hierzu beim ritual.trance.art genügend räumliche Freiheit undbequeme, variable Sitz- oder Liegegelegenheiten für jeden Erfahrendenvorhanden sein. 3: Resonanz Durch die Rahmenbedingungen sowie einer persönlichen Bereitschaftführt die monozentrische Fokussierung auf den momentanen Sinnesreiz zueinem Resonanzphänomen, einer Empfänglichkeit, die sowohl nach außenjedoch gleichzeitig nach Innen gerichtet ist, je nach der Richtung derindividuellen Wahrnehmung entstehen dabei Phänomene veränderterBewusstseinszustände, mit einem Kontakt zu personal unbewussten und/odertranspersonal, inspirierenden Impressionen. Wobei diese beiden Ebenen oftident sind oder ineinander übergehen oder verschwimmen können. 4: verändertes BewusstseinEntsprechend der jeweiligen Reize führt diese Resonanzkontextabhängig zu ergotropen (erregenden) oder trophotropen(ermüdenden) Zuständen, von ekstatisch bewegenden bis zutiefenentspannenden, meditativen Qualitäten. In diesen Zuständen ist diePerson entweder mit sich selbst, oft auch gleichzeitig mit der Umgebungverbunden, wodurch sensorische, somatische, motorische oder emotionaleVeränderungen auftreten können. Die Veranstaltungen geben hierbeigenügend Zeit für entsprechende Erfahrungen, sowie eine Phase desAusklanges.5: Übergang in den AlltagNach der künstlerischen Darbietung dient der Austausch mit derKünstlerIn und den anderen Teilnehmern dazu die persönlichen Erfahrungenabzurunden. Weiters werden von Sanateom regelmäßige Erfahrungs- undDiskussionsgruppen außerhalb der Veranstaltungen angeboten, die dazudienen persönliche Zusammenhänge zu erkennen."Wir träumen alle von einer Sprache ohne Worte, welche das Unaussprechliche sagt, das Ungestaltbare darstellt"(Hermann Hesse, "Der Steppenwolf")